Markus Schultz
Interview
TheaterKontakte:Wie bist Du zur Schauspielerei gekommen?
Schultz:Diese Frage bekomme ich immer gestellt und bis heute kann ich keine, mich wirklich zufriedenstellende, Antwort geben.
Manchmal ist es doch so, dass man Entscheidungen trifft, die man rückblickend nicht erklären kann. Irgendwas in mir hat mich gedrängt, diesen Weg zu gehen.
In mir entwickelte sich irgendwann die Liebe zur Kunst. Zuerst die bildende, also begann ich ein Kunststudium - bin wohl nicht ganz talentfrei, denn ich bestand Aufnahmeprüfung und die ersten Semesterprüfungen. Parallel dazu wuchs in mir die Liebe zum Wort und zur deutschen Sprache.
Wieder drängte etwas in mir und ich brach Kunststudium ab, gab meinen Wohnsitz in Bochum auf und plötzlich sah ich mich als Schauspieler. Natürlich ging das nicht ganz so plötzlich. Umzug, Anmeldung an der Theaterakademie Mannheim, Erlernen eines Vorsprechrepertoires, Aufnahmeprüfung - das ganze in etwa zwei Wochen.
Mein Wunsch auf der Bühne zu stehen, bzw. etwas zu machen, was nicht jeder Mensch macht, oder machen kann, war schon immer da. Obwohl schüchtern, bekam ich schon immer gern Aufmerksamkeit.
Aber ich kann es nicht wirklich beschreiben, wie, warum und wieso ich zur Schauspielerei kam: es war ein Drängen, ein Brand in mir!
 
TheaterKontakte:Was begeistert Dich an Deinem Beruf am meisten?
Schultz:Die Möglichkeiten: Menschen zu erreichen, egal wie. Etwas in ihnen auszulösen, ob Freud, Abscheu, Interesse, Desinteresse, Rückenschauer...
Die Verwandlung in einen anderen Charakter, das Erleben einer anderen Person, mit anderen Gedanken, mit anderem Hintergrund, mit einer anderen Geschichte, mit einer anderen Zukunft. Das Leben eines anderen Wesens führen, denn in diesem Beruf kann man auch mal ein Tier sein, ein Baum, ich war sogar mal eine Ballettstange.

In welchem anderen Beruf kann man seine schizophrene, psychische Störungen ungestraft ausleben, als in diesem?

Dieser Beruf ist, sollte eine Berufung sein. Im religiösen, geistlichen Bereich gibt es die Redewendung: "Der Ruf hat mich ereilt". Dies könnte auch zum Beruf des Schauspielers passen. Nur, dass die wenigsten einen konkreten Zeitpunkt festmachen können, an dem sie dieser Ruf ereilt hat. Etwas in ihnen hat sie dazu gedrängt. Anders kann ich mir das nicht erklären.
Mein Beruf ist für mich der schönste, anstrengendste, brutalste, ungerechteste, härteste, erfüllendste, gefährlichste, berührendste, wichtigste Beruf, den ich mir denken kann.
 
TheaterKontakte:Gibt es eine Rolle, die Du besonders gerne mal spielen würdest?
Schultz:Theater: Valerio (Leonce und Lena), Franz (Die Räuber), Shakespeare'sche Narren.
TV/Film: psychisch, physisch versehrte/gestörte.
Ansonsten: Hauptsache ich kann eine für mich interessante Figur verkörpern.
 
TheaterKontakte:Welches Projekt hat Dir am meisten Spaß gemacht oder Dich am meisten weitergebracht?
Schultz:Jedes Projekt bringt mich irgendwie weiter: sei es, weil es schwer, anstrengend für mich war, weil ich besonders gefordert wurde, auch wenn ich unterfordert war - ich hab es gemeistert und ich habe gelernt, damit umzugehen. Oder sei es, weil ich besondere Menschen getroffen habe.
 
TheaterKontakte:Wenn Du nochmal wählen könntest, würdest Du Dich wieder für die Schauspielerei entscheiden?
Schultz:Ja! Ich wüsste keinen anderen Beruf. Ich kann nichts anderes. Zumindest nichts, mit dem ich meinen Lebensunterhalt bestreiten könnte.
 
TheaterKontakte:Welchen Tipp würdest Du jungen Schauspielern mit auf den Weg geben?
Schultz:Ich bin selbst noch ein "junger" Schauspieler, zumindest ein Berufsanfänger und bräuchte manchmal selbst noch Tipps.
Aber: glaub an Dich und Dein Talent. Denk dran: auch Du hast einen Wert. Beobachte Mensch und Umwelt so genau wie möglich. Interessiere Dich! Verliere nie den Spaß an dem, was du tust! Und nochmal: interessiere Dich! Für Menschen, Tiere, für die Vergangenheit des Theaters und des Films. Lies Biographien von alten, älteren Schauspielern, Theaterleuten.
 
TheaterKontakte:Vielen Dank für das Gespräch!
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